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Entstehung des Farbeindrucks

Das menschliche Auge erhält einen Farbeindruck eines Objektes, wenn von dessen Oberfläche Komponenten des weißen Lichtes mit einer Wellenlänge zwischen 400 und 750 nm reflektiert werden. Dabei wird Licht der Wellenlänge 400 nm als blauviolett, der Wellenlänge 550 nm als grüngelb und der Wellenlänge 750 nm als rot gesehen. Die Farben schwarz und weiß entstehen durch vollständige Absorption bzw. Reflektion des Lichtes. Diese Lichtkomponenten treffen auf die Nervenzellen unserer Netzhaut, welche die Impulse an das Gehirn weiterleitet. Es wird zwischenStrukturfarben und Pigmentfarben unterschieden, wobei die Absorption von Lichtkomponenten im Fall von Strukturfarben von der physikalischen Struktur der Oberfläche des Objektes abhängt, während im Fall der Pigmentfarben die chemischen Eigenschaften des Pigments für die Reflektion entscheidend sind.

Die Fellfarben der Säugetiere werden durch Pigmentfarben, also chemische Komponenten, hervorgerufen. Als Pigmente stehen Pferden Hämoglobine und Melanine zur Verfügung.

Hämoglobin ist bekannt als der rote Blutfarbstoff in roten Blutkörperchen.Finden sich keine Farbpigmente (Melanine) mehr in der Haut oder im Auge, dann wird der Farbeindruck durch Hämoglobin in Erythrozyten in den Blutkapillaren vermittelt, Haut und Auge erscheinen rosa, bzw. Rot.

Für die Entstehung der Haut – und Fellfarben bei Säugetieren sind jedoch nur die Melanine von Bedeutung und hier werden zwei Arten von Melanin unterschieden, zum einen das Eumelanin und zum anderen das Phäomelanin.

Eumelanin und Phäomelanin sind chemisch anders zusammengesetzt und werden in Melanosomen der Melanozyten (Melanin bildende Zellen) hergestellt.



Farbbezeichnungen

Für die Farbbezeichnung einer Farbe sind die jeweiligen Zuchtverbände mit ihren Standards verantwortlich. In der Regel sind die Farbbezeichnungen in den Verbänden relativ einheitlich, man kann für die Farbe die deutsche Bezeichnung z.b. Braun stichelhaarig wählen oder die englische Bezeichnung Bay Roan. Vielfach gehen auch beide Farbbezeichnungen.

Braun stichelhaarig/Bay Roan




Entstehung der Fellfarben

Für die Entstehung der Fellfarben bei Säugetieren sind die Melanine von Bedeutung und hier werden zwei Arten von Melanin unterschieden, zum einen das Eumelanin und zum anderen das Phäomelanin. Eumelanin und Phäomelanin sind chemisch anders zusammengesetzt und werden in Melanosomen der Melanozyten (Melanin bildende Zellen) hergestellt.

Melanozyten sind Zellen in der Haut, im Auge und im Haar und sie sind, bis auf wenige Außnahmen, die einzigen Zellen, die die mit Farbstoff gefüllten Kügelchen (Melanosomen) bilden können und dann entweder an umliegende Zellen abgeben, oder im Falle des Auges, sie im Zytoplasma behalten.

Mit Phäomelanin gefüllte Melanosomen nennt man Phäomelanosomen, mit Eumelanin gefüllte Melanosomen nennt man Eumelanosomen.




Durch die Abgabe der Melanosomen von Melanozyten an umliegende Hautzellen oder Matrixzellen im Haar entsteht die gleichmäßige Färbung der Haut und der Haare.




Bei einem Rappen werden in den Melanozyten der Haut und der Haare ausschließlich schwarze Eumelanosomen gebildet.





Bei einem Fuchs werden in den Melanozyten der Haut und der Haare ausschließlich rot-braune Phäomelanosomen gebildet.





Bei einem Braunen werden in den Melanozyten der Haut schwarze Eumelanosomen gebildet und in den Melanozyten der Haare am Rumpf und am Kopf rot-braune Phäomelanosomen.







Bei einem Dunkelbraunen werden in den Melanozyten der Haut schwarze Eumelanosomen gebildet und in den Melanozyten der Haare am Rumpf und am Kopf besitz das einzelne Haar eine rot-braune Phäomelanosomen Basis und eine schwarze Spitze, das Haar ist also "gebändert". An der Flanke, hinter dem Ellenbogen und am Maulbereich bilden die Melanozyten der Haare ausschließlich Phäomelanosomen.

Melanozyten der Haut

Die Haut besteht aus der Epidermis (Oberhaut), der Dermis (Lederhaut) und der Subcutis (Unterhaut). Dermis und Subcutis enthalten Blutgefäße, die Epidermis nicht.

Die Melanozyten wandern während der embryonalen Entwicklung aus der Neuralleiste in die unterste Schicht der Epidermis, die sogenannte Basalschicht ein.

Melnozyt in der Basalschicht der Haut, dieser gibt Melanosomen an die umliegenden Hautzellen an, diese legen sich kappenartig über den Zellkern und geben der Haut so die gleichmäßige Färbung.

Melanozyten in der Basalschicht der Epidermis produzieren kontinuierlich mit Eumelanin oder Phäomelanin gefüllte Kügelchen, die Melanosomen (Eumelanosomen oder Phäomelanosomen), welche dann an die umliegenden Hautzellen (Keratinozyten) abgegeben werden.

Ein Melanozyt ist für ca. 30 bis 36 Hautzellen zuständig. Durch die ständige Abgabe von Melanosomen an die Hautzellen entsteht die gleichmäßige Färbung der Haut, z.B. schwarze Haut bei Abgabe von schwarzen Eumelanosomen an die Keratinozyten (Hautzellen). Da die oberste Hautschicht (Hornschicht der Epidermis) ständig abgeschilfert werden, müssen kontinuierlich neue Melanosomen von den Melanozyten gebildet und an die Hautzellen abgeben werden.

 

Melanozyten in der Basalschicht der Haut geben kontinuierlich Phäomelanosomen oder Eumelanosomen an die umliegenden Hautzellen in der Epidermis ab.

Melanozyten der Haare

Haare gehören wie Hufe zu den sogenannten Hautanhangsorganen. Das einzelne Haar besteht aus dem Haarbulbus oder Haarzwiebel mit der Haarpapille, der Haarwurzel und dem Haarschaft. Die Haarzwiebel und die innere Epithelschicht erzeugen das Haar. Die Keratinozyten der Haarmatrix proliferieren, um den wachsenden Haarschaft zu bilden, während die dermale Papille das Wachstum des Haares reguliert und die innere Wurzelscheide einen röhrenförmigen Kanal für das Haar bildet. Die Melanozyten der Haare bilden ebenfalls Phäomelanosomen und/oder Eumelanosomen und geben diese an die umliegenden Matrixzellen des Haares ab. Im Vergleich zu den Melanozyten der Haut sind die Melanozyten des Haares voluminöser und dendritischer und ein Melanozyt versorgt im Haar etwa fünf Matrixzellen mit Melanosomen.

Matrixzellen in der Haarwurzel bilden den Haarschaft, welcher überwiegend aus Keratin, einem unlöslichen Protein besteht. Der Haarschaft ist der vollständig verhornte Teil des Haares. Er besteht hauptsächlich aus einer dicken Rinde mit dicht gelagerten verhornten Trichozyten (abgestorbene Matrixzellen), die Melanosomen enthalten und damit die Haarfarbe bestimmen. Das Melanin stammt dabei aus Melanozyten im Haarbulbus. Außen ist die Rinde von einer Haarkutikula bedeckt, die aus abgeflachten Trichozyten besteht. Im Inneren von Haaren befindet sich das Haarmark (Medulla), ein dünner Strang aus größeren verhornten Trichozyten sowie luftgefüllten Räumen.

Querschnitt durch einen Haarschaft. In der Haarrinde finden sich die Melanosomen.

Die Bildung von Melanosomen erfolgt ausschließlich während der anagenen Phase (Wachstumsphase) des Haares in den Melanozyten der Haarpapille. In der Wachstumsphase befinden sich meist über 80 % der Haare.

An die anagene Phase schließt sich die Katagenphase. In dieser etwa mehrere Wochen dauernden Übergangsphase stellt die Matrix ihre Zellproduktion ein und der Haarbulbus verengt sich im unteren Bereich. Das Haar löst sich von der Papille und verkümmert. Der Haarbulbus verkürzt sich.

Die letzte Phase heißt Telogenphase. In dieser Endphase erneuert sich die Haarpapille und der Haarbulbus regeneriert sich. Die Matrix in der Haarwurzel entsteht wieder und beginnt mit der Zellteilung, wodurch ein neues Haar entsteht.

Darüber hinaus wird bei Tieren eine Kenogenphase beschrieben. Sie beginnt nach dem Ausfall des Haares und endet mit dem Beginn eines neuen Haarzyklus, wenn Tiere einen Wechsel von Sommer- zu Winterfell haben.